Liebe Freund*innen, Unterstützer*innen und Interessierte,

die vielen positiven Rückmeldungen und Neuanmeldungen, die auf unseren ersten Newsletter folgten, haben uns bestärkt, dass dieses Format offenbar eine gute Idee ist. Ganz herzlichen Dank für den Zuspruch!

Mit der zweiten Ausgabe möchten wir einen starken Bedarf unserer Beratungsnehmer*innen in den Mittelpunkt rücken: Viele teilen die negative Erfahrung, nicht gehört zu werden; dass etwa in der Berichterstattung über rechte Gewalt ihre Perspektiven häufig zu kurz kommen oder ganz unsichtbar bleiben. Daraus resultiert bei vielen der Wunsch nach Öffentlichkeit, nach Sichtbarmachung dessen, was erlebt wurde.

Betroffene kommen zu Wort: In einem aus unserer Sicht sehr eindrücklichen Audiobeitrag schildert einer unserer Beratungsnehmer seine Erfahrungen mit und nach einem Angriff in Nordhessen, bei dem er schwer verletzt wurde. Gehör verschaffen wir außerdem Akteuren, die wie wir an der Seite der Betroffenen arbeiten, viel über deren Perspektive erfahren und sich täglich dafür einsetzen, deren Bedarfe zu unterstützen.

In den Rubriken möchten wir außerdem _einblicke in unsere Beratungs- und Recherchearbeit geben. So beschreibt die Psychologin und response-Beraterin Miriam Modalal, welche psychischen Belastungen durch Alltagsrassismus entstehen können.
Schließlich unternehmen wir _rundblicke in das Themenfeld rechte und rassistische Gewalt in Hessen.

Dieses Format dient der Information und der Vernetzung: Kommen Sie gerne auf uns zu, wenn Sie Ideen zu Beiträgen haben oder Ihr Projekt vorstellen möchten.

Wir wünschen eine spannende Lektüre.

Herzlich,

Ihr response Team

 

_e i n b l i c k
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Eine rassistische Messerattacke bei Kassel - und ihre Folgen. Zum Hören im Podcast.

Ahmed Ismael flüchtete aus Irak nach Deutschland. Kurze Zeit nach seiner Ankunft wurde er in Nordhessen bei einer Messerattacke schwer verletzt. Kaum weniger schlimm als die Gewalterfahrung war für Ahmed Ismael das, was ihm im Anschluss passierte.

Response betreut den Fall seit einem Jahr. Auf seinen ausdrücklichen Wunsch haben wir ein Gespräch mit Ahmed Ismael aufgezeichnet. Im Podcast erzählt er von seinen Erfahrungen mit Polizei und Behörden.
Podcast hören

 

Erhebung des VBRG unter Berücksichtigung der Opferperspektive

Die Beratungsstellen für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt dokumentieren für das Jahr 2016 einen erneuten Anstieg der Gewalt. Im April veröffentlichte der bundesweite Verband VBRG die gemeinsame Statistik.

Demnach ist eine deutliche Zunahme rassistischer Gewalt von 1056 im Jahr 2015 auf 1306 Angriffe im Jahr 2016 zu verzeichnen. Der VBRG zählt mindestens fünf Angriffe pro Tag.

Bei der Erhebung geraten auch massive Fälle von Sachbeschädigung, Nötigung und Bedrohung als Gewalt in den Blick, wenn sie besonders gravierende Folgen für Betroffene haben. Das sind Fälle, die in der bundesweiten Kriminalstatistik für den Bereich politisch motivierte Kriminalität „rechts“ in der Kategorie „Gewalttaten“ nicht berücksichtigt werden. 

Die Pressemitteilung des VBRG inklusive einer qualitativen Einschätzung zu Hessen finden sie hier:
Zur Pressemitteilung

response dokumentiert rechte Gewalt in Hessen

Seit Januar 2017 ist auch response im Monitoring des Verbands aktiv und leistet von jetzt an einen Beitrag für die Erhebung des VBRG mit Blick auf das Land Hessen. 
Vorfälle in Hessen können Sie in unserer Chronik rechter Gewalt einsehen: www.response-hessen.de/chronik.

 

 

 

Die psychischen Auswirkungen von Alltagsrassismus

Rassismus macht krank – und zwar nicht nur dann, wenn er als gewalttätiger Übergriff in Erscheinung tritt. Auch die sogenannten rassistischen Mikroaggressionen, die viele Menschen of Color täglich erleben, können traumatische Auswirkungen haben. Traumaforschung, Psychotherapeut*innen und Beratungsstellen müssen dafür sensibel sein.

Die Psychologin und response-Beraterin Miriam Modalal beschreibt Entstehung und Symptome von rassismusinduzierten Traumata und skizziert, wie Beratungsstellen die Betroffenen unterstützen können.
Weiterlesen

 

 

_r u n d b l i c k
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"Sinti und Roma müssen sich in ihrer Armut selbst organisieren"

Der Vorsitzende des Förderverein Roma, Joachim Brenner, berichtet, wie Sinti und Roma in Frankfurt ohne sozialstaatliche Unterstützung leben müssen, welche Gewalterfahrungen sie machen - und wie die Mehrheitsgesellschaft ihre Vorurteile immer wieder selbst bestätigt. 
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_u n t e r w e g s
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"Migrantisches Wissen muss im Zentrum der Auseinandersetzung mit Rassismus stehen!" (Ayse Güleç)

Die Bildungsstätte Anne Frank mit der Beratungsstelle response hatten zusammen mit unterschiedlichen Kooperationspartnern im April ins Schauspiel Frankfurt eingeladen, um im Vorfeld des NSU-Tribunals über institutionellen Rassismus zu diskutieren.

Ein Rückblick auf die Veranstaltung "NSU-Komplex auflösen – Dokumentartheater und Diskussion zu institutionellem Rassismus in Deutschland" von Oliver Fassing.
Weiterlesen

 

Bei der Vernetzungstagung "Demokratie und Toleranz im Landkreis Gießen fördern" Ende April hat unser Mitarbeiter Roman Jeltsch die Beratungsarbeit von response vorgestellt. Die Jugendförderung Landkreis Gießen und die dort ansässige „Fachstelle für Demokratie + Toleranz“ hatten zahlreiche Institutionen, Sozialarbeiter*innen, Lehrkräfte und Interessierte eingeladen. Nach einem Vortrag von Sascha Schmidt vom beratungsNetzwerk Hessen über rechte Strukturen und Vorkommnisse im Landkreis gab es die Möglichkeit für Information und Austausch. 

Weitere Infos zur wichtigen Arbeit der Jugendförderung gegen Rechts

 

 

 

_i n  s i c h t
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Die vergangenen zwei Jahre haben uns gezeigt, wie wichtig es ist, dass Betroffene rechter und rassistischer Gewalt schnell und einfach eine Anlaufstelle wie response erreichen können. In der zweiten Jahreshälfte eröffnet response ein Büro in Kassel. Hier werden zwei Berater*innen die Arbeit aufnehmen. 

Damit ermöglicht response ein niedrigschwelliges Angebot auch für Nord- und Osthessen.

 

Bedarfe, Zugänge und Barrieren

Ob institutioneller Rassismus oder gewaltsame Übergriffe: In der Beratungsarbeit mit Betroffenen von rechter und rassistischer Gewalt bilden geflüchtete Menschen eine besonders vulnerable Gruppe.

Welche Beratung und Unterstützung brauchen geflüchtete Menschen und welche Zugänge sind für Sie erreichbar? Wie können Unterstützungssysteme miteinbezogen werden, um Betroffene im Umgang mit rassistischer Gewalt zu stärken?

Diese Fragen wollen wir gemeinsam mit Selbstorganisationen von Geflüchteten sowie verschiedenen Unterstützergruppen bei einem Fachtag diskutieren.

Freitag, 3. November 2017 in Frankfurt am Main

Merken Sie sich den Termin schon einmal vor - mit Details kommen wir bald auf Sie zu!

 

response wächst und baut derzeit ein zusätzliches Büro in Kassel auf. Im nächsten Newsletter soll es schwerpunktmäßig um die Situation in Nordhessen gehen.
Wir möchten Sie einladen, sich mit Texten oder Veranstaltungsempfehlungen am response-Newsletter #3 zu beteiligen. 

Schicken Sie uns ihren Themenvorschlag per Mail an kontakt@response-hessen.de.

 

 

_in den medien
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Die Frankfurter Rundschau berichtet über die Beratungsarbeit von response und über die Zunahme rechter Gewalt in Hessen.
Artikel lesen

Die Frankfurter Neue Presse schreibt über response und über Rassismus als gesamtgesellschaftliches Problem.
Artikel lesen

 

Aktuelle Neuigkeiten von response, Hintergrundinformationen, Stellungnahmen sowie Statistiken zu rechter Gewalt finden Sie täglich auf unserem Twitter-Account @ResponseHessen!

 

Die Verantwortung für die Inhalte dieses Newsletters liegt ausschließlich
bei response bzw. den genannten Autor*innen.